Ein typischer Fehler, den wir in Berlin immer wieder sehen: Bauunternehmen stützen sich bei der Gründungsplanung auf Standardtabellen aus dem Süden Deutschlands, ohne die lokale Geologie zu berücksichtigen. Dabei liegen weite Teile der Stadt auf mächtigen glazialen Sanden und Geschiebemergeln, die bei Erschütterung ein völlig anderes Verhalten zeigen als etwa die Keuperböden in Stuttgart. Wer hier auf eine erdbebensichere Gründungsbemessung verzichtet, riskiert Setzungen oder sogar Schäden an der Tragstruktur – selbst bei moderaten Beben der Intensität VI nach EMS-98. Unser Team hat in Berlin schon mehrfach erlebt, dass eine vermeintlich „einfache“ Flachgründung nach DIN EN 1997-1 ohne seismischen Nachweis später teuer nachgerüstet werden musste.

In Berlin entscheidet nicht die Bebenstärke allein – die glazialen Sande und Mergel bestimmen, ob eine Gründung hält oder nachgibt.