Die Kategorie Hänge & Wände umfasst sämtliche geotechnischen Leistungen zur Sicherung von natürlichen Böschungen, künstlichen Einschnitten und Stützkonstruktionen im Berliner Raum. Angesichts der wachsenden urbanen Verdichtung und der Nachverdichtung von innerstädtischen Quartieren rücken Baugruben, Verkehrsdämme und Uferbefestigungen zunehmend in den Fokus der Planung. Eine fundierte geotechnische Analyse ist hier unerlässlich, um Personen- und Sachschäden durch Rutschungen, Erosion oder plötzliches Böschungsversagen zu verhindern. In Berlin betrifft dies nicht nur Großprojekte wie den Ausbau der Stadtautobahn oder die Errichtung neuer Wohnquartiere auf ehemaligen Industrieflächen, sondern auch die Sanierung alter Kanalwände und die Sicherung von Bahndämmen im S-Bahn-Netz. Die enge Verzahnung von Wasserwegen, sandigen Untergründen und innerstädtischen Zwangspunkten macht eine standortspezifische Betrachtung jedes Hang- und Wandbauwerks erforderlich.
Der Berliner Untergrund ist geprägt durch die eiszeitlichen Ablagerungen des Warschau-Berliner Urstromtals. Weit verbreitet sind mitteldicht gelagerte Sande der Weichsel-Kaltzeit, die lokal von Geschiebemergelschichten durchzogen werden. Diese Sande zeigen bei Wasserzutritt eine stark reduzierte Kohäsion und neigen zu hydraulischen Grundbrüchen, weshalb der Berechnung des Sicherheitsfaktors (FS) eine zentrale Rolle zukommt. In den Niederungsbereichen der Spree und Havel stehen zudem organische Weichschichten wie Mudden und Torfe an, die setzungsempfindlich sind und die Standsicherheit von Uferwänden beeinträchtigen. Die Grundwassersituation ist durch jahreszeitliche Schwankungen von bis zu zwei Metern gekennzeichnet, was bei der Dimensionierung von Stützwänden und Verankerungen zwingend zu berücksichtigen ist. Die quartären Rinnenstrukturen im Untergrund können zudem unerwartete Inhomogenitäten aufweisen, die eine detaillierte Baugrunderkundung unverzichtbar machen.
Die Planung und Ausführung von Hängen und Wänden in Berlin unterliegt der deutschen Normenreihe DIN 1054 für Baugrundsicherheit sowie den Empfehlungen des Arbeitskreises Baugruben (EAB) und des Arbeitskreises Stützwände (EAU). Für die Standsicherheitsnachweise ist das Teilsicherheitskonzept nach Eurocode 7 (DIN EN 1997) verbindlich, ergänzt durch den nationalen Anhang DIN EN 1997-1/NA. Bei Bauvorhaben im Einflussbereich von Gewässern sind zusätzlich die Vorgaben des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) und die Berliner Bauordnung (BauO Bln) zu beachten. Die Böschungsstabilitätsanalyse muss rechnerisch nach dem Nachweisverfahren GEO-3 geführt werden, wobei die charakteristischen Bodenkennwerte gemäß DIN 4020 aus Baugrundgutachten abzuleiten sind. Für dauerhafte Konstruktionen fordert die Bauordnung Berlins zudem eine regelmäßige Überwachung nach Fertigstellung, was in der Planung durch geeignete Messkonzepte vorzubereiten ist.
Typische Projekte, die Leistungen dieser Kategorie erfordern, sind die Herstellung tiefer Baugruben für den innerstädtischen Hochbau, die Sicherung von Verkehrswegböschungen an Autobahnen und Bahntrassen sowie die Ertüchtigung von Kaimauern entlang der Berliner Wasserstraßen. Auch die Sanierung von Tagebaufolgelandschaften im südlichen Berliner Umland oder die Neuanlage von Lärmschutzwällen entlang der A100 fallen in dieses Spektrum. Bei komplexen Baugruben mit mehrfach rückverhängten Trägerbohlwänden ist eine sorgfältige aktive/passive Verankerungsbemessung durchzuführen, um die Lastabtragung in den anstehenden Sanden sicherzustellen. Hanganschnitte für den Straßenbau wiederum erfordern häufig eine Bemessung mit Geozellen, um oberflächennahe Erosion zu unterbinden und die Begrünbarkeit dauerhaft zu gewährleisten.
In Berlin sind Standsicherheitsnachweise nach Eurocode 7 (DIN EN 1997) in Verbindung mit DIN 1054 zu führen. Das Teilsicherheitskonzept ist verbindlich, wobei die Nachweisverfahren GEO-2 oder GEO-3 anzuwenden sind. Bei Gewässernähe gelten zusätzlich die Vorgaben des Wasserhaushaltsgesetzes und der Berliner Bauordnung. Die Bodenkennwerte müssen durch ein Baugrundgutachten nach DIN 4020 belegt sein.
Die weit verbreiteten eiszeitlichen Sande des Urstromtals besitzen bei Wasserzutritt nur eine sehr geringe Kohäsion. In Kombination mit stark schwankenden Grundwasserständen und hydraulischen Gradienten kann dies zu Erosion, Suffosion oder plötzlichen Grundbrüchen führen. Besonders kritisch sind feinsandige Schichten, die bei Aufsättigung ihre scheinbare Kohäsion vollständig verlieren und unangekündigt abrutschen können.
Die Überwachung des Grundwassers ist essenziell, da die Berliner Wasserstände jahreszeitlich um bis zu zwei Meter schwanken. Porenwasserdruckänderungen beeinflussen die effektiven Spannungen im Boden direkt. Ein Monitoring mittels Piezometern ist bei tiefen Baugruben und dauerhaften Böschungen vorgeschrieben, um kritische Zustände frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten zu können.
Uferwände unterliegen zusätzlichen hydrodynamischen Belastungen durch Wellenschlag, Schiffswellen und wechselnde Wasserstände. Die Standsicherheitsnachweise müssen Strömungskräfte und Auftriebseffekte berücksichtigen. Zudem sind die Anforderungen des Wasserstraßengesetzes und der EAU zu erfüllen. Häufig kommen kombinierte Systeme aus Spundwänden, Verankerungen und Erosionsschutzschichten zum Einsatz, um die Dauerhaftigkeit zu gewährleisten.